Die Viersäftelehre der antiken Medizin und die chinesische Doktrin von den Fünf Wandlungsphasen in der Periode vor der Zeitenwende. Ein historischer Vergleich - Teil 2


Autor: Lorenzen U


Journal: ZTCM Zeitschrift für TCM, Kötzting 16/2007/10, S. 118-125, deutsch


In diesem Auszug aus seiner unveröffentlichten Magisterarbeit beschäftigt sich der Autor zunächst mit Systemen von Entsprechungen zwischen Makro- und Mikrokosmos in der griechischen und der chinesischen Antike. So führt er aus, dass im Corpus Hippocraticum die körperliche Wärme als Entsprechung zur Wärme der Sonne betrachtet wurde und in der Traumdeutung natürliche Erscheinungen wie Sterne, Stürme oder Gewitter als Anzeichen für Stoffwechselstörungen oder Wünsche interpretiert wurden. Als Beispiel aus der chinesischen Gedankenwelt legt er die Entsprechungen zwischen dem o.hepaticus (FK Leber, gan) und der Wandlungsphase Holz, dem Wind, der Farbe Grün, den Muskeln und Sehnen etc. dar.Die Vier Säfte, wie sie im altgriechischen Corpus Hippocraticum unterschieden werden - Schleim, Blut, gelbe Galle und schwarze Galle - werden in der chinesischen Medizin anders bewertet als im antiken Griechenland: während nicht eindeutig bekannt ist, was unter 'schwarzer Galle' zu verstehen ist, unterstellt der Autor für den 'Schleim' - obwohl er im "Innern Klassiker des Gelben Fürsten" (Huangdi Neijing, ab dem 1. Jh. v. Chr. entstanden) noch nicht thematisiert wird -, dass er keinesfalls zu den physiologischen Flüssigkeiten gezählt wurde.Für 'Blut' gilt in der griechischen Antike, dass der Aspekt der Pulstastung dort nicht bekannt war und dass der Aderlass eine bedeutende Therapie dargestellt hat, während in der Chinesischen Medizin mit dieser Körperflüssigkeit stets sehr behutsam umgegangen wurde. Im Artikel folgen Ausführungen zur 'gelben Galle', die im antiken Griechenland anzutreffen sind im Zusammenhang mit Eingeweide, sich auflösenden Blutergüssen oder bei galligem Erbrechen. Für die Chinesische Medizin beschreibt der Autor die primär nicht hervorgehobene Rolle des o.felleus (FK Gallenblase, dan) und die von diesem abgesonderte Flüssigkeit, dann aber die Zuordnung der Eigenschaft des Mutes und der Tapferkeit zu diesem Funktionskreis.


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