Der süße Geschmack


Autor: Michalitsch Maria


Journal: ZTCM Zeitschrift für TCM, Kötzting 16/2007/10, S. 141-146, deutsch


Die Autorin befasst sich mit dem süßen Sapor ("Geschmacksrichtung", wei) in der Chinesischen Diätetik. Er ist den Funktionskreisen Milz und Magen zugeordnet und wesentlich für den Aufbau der Substanzen (Yin, Xue, Struktivpotential) wie auch der Energie (Qi und Yang). Die Autorin weist auf die Bedeutung des süßen Sapors für die "Körperseele" (po) und den Zusammenhang mit dem Wachstum von Kindern hin.Dann werden spezielle Indikationen für süße Sapores Sapor ("Geschmacksrichtung", wei) mit verschiedenem Temperaturverhalten aufgezählt.Im Hauptteil des Artikels führt die Autorin Anwendungen süßer Nahrungsmittel am Beispiel des Heißhungers auf Süßes aus, dabei beschreibt sie jeweils zunächst auch die Ätiologie des Heißhungers: So werden bei Süßhunger aufgrund von depletio lienale ("Schwäche des FK Milz, piqixu) Kohlenhydrate wie Reis, Hafer, Süßreis und Dinkel, Fleisch- und Fischarten wie Makrelen, Heilbutt, Rindfleisch und Huhn sowie Butter als einziges Milchprodukt empfohlen.Bei Heißhunger auf Süßes aufgrund einer Stagnation des qi hepaticum ("Qi des FK Leber", ganqi) wird dringend von Süßigkeiten abgeraten, vielmehr werden Kräuter wie Schafgarbe, Frauenmantel, Safran oder Blütentees aufgezählt, aus denen man Tee zubereiten kann, den man zur Auflösung dieser Stagnation zu sich nehmen sollte.Bei Süßhunger aufgrund von depletio ("Schwäche", xu) qi et yin pulmonale (Qi und Yin des FK Lunge, feiqi feiyin xu) können Hafer, Kartoffeln, Karotten oder süße Kürbisse Abhilfe schaffen. Bei Vegetariern mit depletio ("Schwäche", xu) der qi lienale (Qi des FK Milz, piqi) und xue hepaticum (Xue des FK Leber, ganxue) können Quinoa, Amaranth, Ofenkartoffeln und süße Sapores mit warmem Temperaturverhalten wie Karotten und Süßreis den Heißhunger auf Süßes erleichtern.Abschließend nennt die Autorin einige Kontraindikationen für verschiedene Fleischsorten, Milchprodukte und Süßungsmittel und hebt kurz die Besonderheit der Gruppe der Pilze hervor, die von ihrem Sapor ("Geschmacksrichtung", wei) her als mild qualifiziert werden und damit eine Untergruppe der süßen Sapores darstellen.


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