Eine daoistische „Medizin der Unsterblichen“ im 20. Jahrhundert (Jiangxi, Pingxiang)


Autor: Georges Favraud (Übers. Sepp Leeb)


Journal: Chin. Medizin, U&V München, 2014; 29: Heft 4, 230-244, deutsch


Dieser Artikel befasst sich mit einer daoistischen Chunyang 纯阳 -Tradition, die im Grottentempel des Querliegenden Drachen (Henglongdong 横龙洞) von Heilerinnen angewendet wird. Der Tempel liegt in der Nähe der Stadt Pingxiang im Westen der Provinz Jiangxi an der Grenze zu Hunan. Die Daoistinnen dieser Gemeinschaft widmen sich der Inneren Alchemie für Frauen (nüdan 女丹) und sind in der ganzen Region berühmt für ihre Medizin zur Pflege und Heilung von Kindern. Der Artikel basiert auf Feldforschungsergebnissen und schriftlichen Materialien, die zwischen 2004 und 2014 zusammengetragen wurden, und befasst sich mit der Weitergabe dieser therapeutisch orientierten daoistischen Tradition im 20. Jahrhundert. Er hat sich zum Ziel gesetzt, bestimmte immanente Zusammenhänge zwischen Daoismus und Heilkunst aufzuzeigen und herauszuarbeiten, wie solche literarische und technische Praktiken die Verinnerlichung von Ritualen, Rollen- und Statusverschiebungen sowie den Aufbau interpersoneller zwischenmenschlicher Netzwerke zwischen daoistischen Meistern und Funktionären ermöglichen, die in China während der Mao-Ära und beim Neuaufbau seit den 1980er Jahren bei der Überlieferung des Daoismus eine wichtige Rolle gespielt haben.

This article deals with a Chunyang 纯阳 Daoist transmission between female healers which takes place in the “Transverse Dragon Grottoe-temple” (Henglongdong 横龙洞) situated in the vicinity of Pingxiang City 萍乡市, in Western Jiangxi province (nearby the Hunan border). The female masters of this community are specialized in feminine inner alchemy (nüdan 女丹), and are regionally famous for their medicine focusing on taking care of, and on healing children. Based on fieldwork observation and written materials gathered between 2004 and 2014, this article follows the transmission of this therapeutic-based Daoist tradition in the course of the 20th century. Its purpose is both to shed light on some intrinsic links between Daoism and healing, and to highlight the way such a literary and technical practice allows the internalization of rituals, shifts in roles and status, and the building of interpersonal networks between Daoist masters and officials, that have been instrumental in the transmission of Daoism during the Maoist era, and more recently in its re-composition since the 1980s.


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