Kommentar zum Artikel von Professor Shen Pi’an


Autor: Wiebrecht A.


Journal: Chinese Medicine (2021) 36:75–77, deutsch


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Die Ausführungen sollten nicht zu dem Schluss verleiten, dass die chinesische Arzneitherapie besonders risikoträchtig sei. Zwar dürften sich die Raten von Allergien und Hepatotoxizitäten von denen der meisten chemisch de- finierten Arzneimittel nicht wesentlich unterscheiden, andere Arten von Nebenwirkungen treten jedoch erheblich seltener auf, insbesondere unter europäischen Verhältnissen.

Der oben genannte Anteil von 12,7% an den Nebenwirkungsmeldungen in China gibt eine gewisse Orientierung vor, wenn man in Rechnung stellt, dass Reaktionen durch Injektionen bei uns entfallen, ebenso wie durch einige besonders toxische Arzneien, die in China (noch) üblich sind, bei uns aber keine Rolle spielen. Ferner werden chinesische Arzneien in China oft höher dosiert und nicht selten volksmedizinisch ohne medizinische Supervision angewendet.

So erklären sich z. B. viele Akonit-Vergiftungen, die aus Europa unter regulärer chinesischer Arzneitherapie bisher unbekannt sind. Daher kann man die chinesische Arzneitherapie gerade unter europäischen Bedingungen als eine recht sichere Therapie bezeichnen. Voraussetzung ist eine solide Ausbildung der Therapeuten, insbesondere auch zu Risikoaspekten, und eine ordnungsgemäße Arzneiqualität.

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