Evaluation und Wirkung von Qigong und Taiji auf den Krankheitsverlauf des M. Parkinson – ein Literaturüberblick 2006–2020


Autor: Thomas Stelzl


Journal: Chin. Medizin, Springer Medizin, 2022; 37, 22-39, deutsch


Die Parkinson’sche Erkrankung wird von einem Symptomenkomplex charakterisiert, der durch einen Mangel an der Neurotransmittersubstanz Dopamin verursacht wird. Kernsymptome dieser Erkrankung sind Akinese, Rigor, Ruhetremor und posturale Instabilität. Fakultative Symptome betreffen die Sensorik, die Psyche (vor allem Depression und Schlafstörungen) sowie die Kognition (frontale Störungen, in fortgeschrittenen Stadien Demenz).

Taiji und Qigong haben ihren festen Platz in der westlichen Physiotherapie gefunden. Es stellte sich die Frage, ob diese Übungsverfahren eine Verbesserung der motorischen und nichtmotorischen Symptomatik bedingen können. Die Analyse der vorliegenden 27 Studien, die sich mit Taiji/Qigong und Parkinson befassen, lässt erkennen, dass sich mit diesen chinesischen Bewegungsübungen eine Verbesserung des Gleichgewichts, eine Reduktion der Sturzhäufigkeit und eine Verbesserung der Schlafqualität der Parkinson-Betroffenen erzielen lässt. Anhand der bisherigen Studien lässt sich jedoch nicht abschätzen, ob diese Übungsverfahren den Krankheitsverlauf des M. Parkinson wesentlich verändern.

Evaluation and effect of Qigong and Taiji on the course of Parkinson’s disease—an overview of the literature published 2006–2020

Parkinson’s disease is characterised by an array of symptoms caused by a lack of the neurotransmitter substance dopamine. The core symptoms of this disease are akinesia, rigidity, resting tremor, and postural instability. Symptoms that may occur concern the sensory system, the psyche (above all depression and sleep disorders) as well as the cognition (frontal disorders, in advanced stages dementia).

Taiji and Qigong have established a permanent place for themselves in Western physiotherapy. The question arose whether these exercise methods could achieve an improvement of motor and non-motor symptoms. The analysis of the 27 clinical studies available which deal with Taiji/Qigong and Parkinson’s disease suggests that these Chinese movement exercises could result in an improvement of balance, a reduction of the frequency of falls and an improvement of sleep quality among Parkinson’s disease patients. However, on the basis of the studies to date, it is not possible to assess whether these exercise methods significantly alter the course of PD.


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